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Die Euro-Krise bleibt akut

Kauflaune der Verbraucher erneut gesunken

Freitag, 26 September 2014 20:57 geschrieben von  Torsten Müller

Frankfurt am Main - Das Geld sitzt bei den Deutschen immer weniger locker. Die weltweiten Krisen und Konflikte auf der einen Seite und die europäische Konjunkturflaute auf der anderen Seite haben den Optimismus der Deutschen merklich schwinden lassen. Vor allem die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie in der Ost-Ukraine machen der Kauflaune der Verbraucher zu schaffen.

Dem aktuellen GfK-Konsumklimaindex zufolge ist das Verbrauchervertrauen erneut gesunken. Es sank auf den tiefsten Stand seit Februar. GfK-Experte Rolf Bürkl dazu wörtlich: „Vor allem die internationalen Krisen scheinen das Konsumklima derzeit etwas zu bremsen. Es zeigen sich erste Anzeichen von Verunsicherung bei den Verbrauchern. Die anhaltend angespannte geopolitische Lage hat den Optimismus weiter schwinden lassen.“

Die Bereitschaft, teurere Güter zu kaufen, lässt deutlich nach, weil die Verbraucher auch ihr künftiges Einkommen zunehmend skeptisch sehen. Die permanent schlechten Nachrichten scheinen nun bei den Verbrauchern angekommen zu sein.

Die GfK befragt im Auftrag der EU-Kommission monatlich 2.000 Verbraucher. Die Umfrage gilt als repräsentativ und als Gradmesser für die Stimmung der Konsumenten.

Bürkl mahnt an, dass ein Anhalten der internationalen Konflikte dazu führen könne, dass die Rahmenbedingungen für stabiles Wirtschaften auch in Deutschland wegfallen: „In diesem Falle besteht die Gefahr, dass der private Konsum seine Rolle als wichtige Stütze der Konjunktur verlieren würde.“

Der GfK-Konsumklimaindex fügt sich in eine ganze Reihe sehr skeptischer, ökonomischer Kennziffern ein, die darauf hindeuten, dass das letzte Quartal des laufenden Jahres alles andere als rosig wird. Ganz konkret stellen sich immer mehr Bürger mental schon auf ein sinkendes Einkommen ein. Die Kaufzurückhaltung treffe vor allem Möbel und Unterhaltungselektronik.

Auch in anderen Euro-Ländern nimmt die Skepsis der Verbraucher Umfragen zufolge zu. Die subjektive Befürchtung, dass sich die weltweite Krisenhäufung auch auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa niederschlage, treibt immer mehr Verbraucher um. Bürkl dazu wörtlich: „Die Verbraucher sehen eine ganze Reihe von Krisenherden, darunter auch die Ebola-Epidemie in Afrika, die ebenfalls psychologisch für eine Verunsicherung bei den Verbrauchern sorgt.“

Dass es sich jedoch nicht nur um möglicherweise medial erzeugte Wahrnehmungen handelt, sondern durchaus die ökonomische Realität wiederspiegelt, macht Bürkl am ifo-Geschäftsklimaindex deutlich, der kürzlich ebenso sinkende Kennziffern verkünden musste: „Auch die Unternehmen glauben nicht mehr an ein kräftiges Wachstum in der zweiten Jahreshälfte."

Es ist letztlich kein Wunder, dass das Vertrauen der Verbraucher schwindet, wurde ihnen doch von der Politik eingeredet, die Euro-Krise sei vorüber, obwohl die Folgen dieser Krise in weiten Teilen Europas weiterhin spürbar sind. Dass Deutschland davon nicht ewig verschont bleiben würde, sollte niemanden ernsthaft verwundern.

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