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Forum Automobillogistik 2016

Logistikbranche diskutiert Zukunftsthemen

Sonntag, 07 Februar 2016 23:43 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Logistikbranche diskutiert Zukunftsthemen Logistikbranche diskutiert Zukunftsthemen

Frankfurt a. M. – Mit 420 Teilnehmern darf sich das Forum Automobillogistik 2016 als führende Veranstaltung dieser Art in Europa fühlen. Am 03. und 04. Februar wurde diese gemeinsame Veranstaltung vom Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) und der Bundesvereinigung Logistik (BVL) zum vierten Mal durchgeführt und stand dieses Jahr unter dem Motto „Supply Chain 4.0 – stabil, synchron, skalierbar“. Neben der Zukunft des Supply Chain Managements in der Automobilindustrie standen noch die Themen Digitalisierung, Datenqualität für die Logistik, neue Wege in der Transportlogistik sowie Herausforderungen im globalen Aftermarket auf der Agenda der Tagung. Die deutsche Automobilindustrie hat zwar 2015 weltweit erstmals mehr als 15 Millionen Pkw produziert, über 9 Millionen davon jedoch nicht in Deutschland. Dieses umfassende Produktionsnetzwerk wird von einem komplexen Logistiksystem zusammengehalten, das einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Automobilindustrie darstellt. Deutschland steht in der Logistik-Weltrangliste der Weltbank auf Platz eins und gilt nicht zu unrecht als die führende Logistiknation der Welt.

Dennoch hat die Branche keinen Anlass, sich ruhig zurückzulehnen. „Krisen, Katastrophen, Streiks und viele andere Turbulenzen haben weltweit im vergangenen Jahr nicht ab-, sondern zugenommen und die Logistiker vor neue Herausforderungen gestellt“, hielt der VDA-Präsident, Matthias Wissmann, fest. Mit Blick in die Zukunft wird auf den Zustand der Verkehrswege hingewiesen. Der VDA-Präsident hob die Bedeutung der Investitionslinie für die Bundesfernstraßen hervor und forderte eine Fortschreibung über die laufende Legislaturperiode hinaus, um einen Modernisierungsschub zu erzielen. Bei den Automobillogistikern selbst steht die weitere Digitalisierung der Lieferketten weit oben auf der Tagesordnung, wobei die größte Herausforderung die horizontale Digitalisierung, also die Integration zwischen allen Partnern in der Wertschöpfungskette, vom Rohstofflieferanten bis zum Hersteller des Fahrzeugs darstellt. Supply Chain 4.0, das bedeutet auch, dass alle Objekte der Lieferkette digital identifizierbar sind und verortet werden können.

„Einzelne Wertschöpfungsströme zu optimieren, reicht künftig nicht aus, um im Wettbewerb zu bestehen. Großes Optimierungspotenzial bietet die Synchronisierung des gesamten Value-Netzwerks. Dadurch werden Effizienz, Transparenz und Flexibilität verbessert“, führte Opel-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann als einer der auf dem Forum auftretenden Redner aus. Als weitere Redner traten Dr. Hansjörg Rodi, Chief Transformation Officer der Schenker AG, Matthias Kässer von McKinsey, Michael ten Hompel vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik sowie Alexander Koesling, Vice President Supply Chain Management bei Mercedes-Benz Cars auf. Beendet wurde das Forum  mit Werksbesichtigungen beim Opel-Werk in Rüsselheim, dem European Operations Center von DB Schenker Rail und dem Werk Frankfurt-Rödelheim der Continental AG.

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