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Schuldenblase der Weltwirtschaft

McKinsey wirbt für Vermögensabgabe

Donnerstag, 12 Februar 2015 20:34 geschrieben von  Enno-Martin Cramer
Logo von McKinsey Logo von McKinsey Quelle: www.mckinsey.de

Magdeburg - Die Unternehmensberatung McKinsey hat sich in einer neuen Studie zur ungebremst ansteigenden Schuldenlast in der Welt überraschend für eine Vermögensabgabe ausgesprochen. Wie der Analyse der weltweit größten Beratungsgesellschaft zu entnehmen ist, sind sowohl die Schulden von Staaten (+9,3 % pro Jahr) als auch privaten Haushalten (+2,8 %) und Nicht-Finanzunternehmen (5,9 %) seit 2007 immer weiter angestiegen und wachsen noch immer wesentlich stärker als die Weltwirtschaft.

Die wachsende Verschuldung führe zu einem immer stärkeren deflationären Druck, heißt es in der McKinsey-Studie. Der größte Teil der neuen Schulden diene dabei nur noch dazu, die Zinsen auf alte Schulden zu bedienen, nicht aber, um die Nachfrage anzukurbeln. Neue Schulden würden also kein weiteres Wirtschaftswachstum generieren. Gleichzeitig schrumpften global gesehen die Erwerbsbevölkerung und die Produktivität der Wirtschaft. Die im Zuge des schuldenfinanzierten Booms aufgebauten Überkapazitäten verstärken den deflationären Druck zusätzlich. Wenn es um die Bedienung von Schulden geht, steht die Beschaffung von Liquidität im Vordergrund. Wenn es nur noch darum geht, Liquidität zu beschaffen und nicht um die Deckung der Vollkosten, ist ein Umschlagen in eine Deflation eine realistische und erhebliche Gefahr.

Angesichts der demografischen Tendenz und der sinkenden Produktivität könne nach Ansicht von McKinsey nicht damit gerechnet werden, dass die Verschuldung in näherer Zukunft abgebaut werde. Vielmehr gehen die Analysten davon aus, dass die Schulden auch weiterhin schneller als die Wirtschaft wachsen würden. Für den Privatbereich schlägt McKinsey daher unter anderem leichtere Privatinsolvenzen, oder Hypotheken, die die Preisentwicklung der Immobilie berücksichtigen, vor.

Für die Staaten empfiehlt McKinsey – anders als noch vor wenigen Jahren –  hingegen höhere Vermögenssteuern oder einmalige Vermögensabgaben. Die Notenbanken sollten zudem die Staatsanleihen in ihren Bilanzen in „ewige Anleihen“ umwandeln, wie es auch die griechische Regierung fordert, und die Zinszahlungen, wie in Irland, umgehend wieder als Gewinn an die Staaten ausschütten. An der Schuldenproblematik ändern solche Umverteilungsvorschläge grundsätzlich allerdings nichts.

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