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Janet Yellen – Ferderal Reserve Bank:

Mehr Eigenkapital zur Gewähr der Finanzmarktstabilität!

Mittwoch, 22 Juli 2015 18:51 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Janet Yellen Janet Yellen Quelle: United States Federal Reserve

New York - Auch wenn das Jahr 2008 als sich die Banken- und Finanzkrise Bahn brach nun schon einige Zeit zurückliegt, konnte nach wie vor noch kein Politiker oder Ökonom verläßlich eine Entwarnung geben, daß zum einen die Krise endgültig hinter sich gelassen und ausgestanden sei, bzw. ausreichend Vorkehrung für den Wiederholungsfalle getroffen worden wären. Und eben aus dieser Besorgnis heraus hat die Federal Reserve-Chefin, Janet Yellen, für acht namhafte Finanzinstitute eine deren Geschäfte entsprechende Ausweitung ihrer Eigenkapitalpositionen angeordnet. Es handelt sich dabei um  Bank of New York Mellon, Citigroup, Goldman Sachs, J.P. Morgan, Morgan Stanley, State Street, Wells Fargo und die Bank of America. Durch einen dergestalt größeren Risikopuffer sollen Gefahren für die Finanzstabilität nicht allein der Vereinigten Staaten verringert werden.

Zum gegenwärtigen Stand sind die betreffenden Geldhäuser angehalten, schrittweise bis 2019 zwischen 1,0 bis 4,5 % ihres risikogewichteten Vermögens als zusätzliches Eigenkapital vorzuhalten, wobei sich die höchste Auflage von 4,5 % auf J.P. Morgan bezieht. Andernfalls bliebe den Instituten noch die Möglichkeit, eine dementsprechende Reduzierung von mit gewissen Vermögenswerten in Zusammenhang stehenden Geschäftstätigkeiten vorzunehmen. Nachdem im Vergleich zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Finanzkrise einige Banken ihr Größenwachstum sogar noch steigerten, obwohl bereits damals die Bankenrettungsmaßnahmen schon mit dem systemrelevanten Argument „To big to fail“ begründet wurden, wäre diese Alternative womöglich ohnehin die sinnvollere. Denn aufgrund der durch die seinerzeit weltweit billionenschweren Bankenrettungen, dürften die Staaten im erneuten Falle gravierender Finanzkrisen sehr wahrscheinlich nicht mehr in der Lage sein, Rettungspakete zu finanzieren, selbst wenn diese als noch so alternativlos deklariert würden. Zudem würde durch die mit dem Wegfall hochriskanter Geschäftstätigkeiten einhergehende geringere Eigenkapitalhinterlegungspflicht ebendieses Kapital für eine volkswirtschaftlich gesunde Kreditvergabe in die Produktivwirtschaft verfügbar machen.

Nicht zuletzt der IWF warnt immer wieder vor nach wie vor bestehenden Risiken für die internationale Finanzstabilität. Und hält man sich an die beiden Wirtschaftsnobelpreisträger Martin Hellwig und Eugene Fama, wären unter den heutigen Bedingungen sogar Eigenkapitalquoten von 25 bis 30 % vonnöten, wovon sämtlich Bankhäuser Lichtjahre entfernt sind. Realistisch gesehen, wird man sich wohl schon zufrieden geben müssen, wenn wenigstens verbesserte Risikopuffer konsequent umgesetzt werden, denn daß im entfesselten Wettbewerbswahn von Private Equity und Mergers & Acquisitions die Großbanken eine Gesundschrumpfung ihrem bisherigen Geilwachstum vorziehen, käme einer regelrechten Überraschung gleich.

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