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Goldman Sachs-Netzwerk:

NATO-Generalsekretär Rasmussen wird Berater bei Goldmann Sachs!

Donnerstag, 06 August 2015 14:43 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
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New York - Laut dem Manager-Magazin bestätigte ein Sprecher von Goldman Sachs dänische Medienberichte, wonach die lobbyismuspolitisch erfahrene amerikanische Investmentbank den aus dem Amt scheidenden und als Scharfmacher im Osteuropakonflikt auffälligen NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen als künftigen Berater angeworben hat. Damon Wilson, ehemaliger Botschafter des Weißen Hauses ließ durchblicken, daß der 2009 nicht unumstrittene Amtsantritt Rasmussens am seinerzeitigen Einfluß der USA lag. Die amerikanische Beihilfe für das Amt des NATO-Generalsekretärs erhielt der betont neoliberale Rasmussen für seine Unterstützung der USA im Irak-Krieg in seiner Zeit als dänischer Ministerpräsident. Dänemark stationierte zwischen 2004 und 2007 Soldaten im Irak. Auf dem Nato-Gipfel im Walisischen Newport wird als Abschlußgeschenk noch Rasmussens Forderung nach einer schnellen Eingreiftruppe beschlossen werden, die kurzfristig an die vermeintlichen globalen Gefahrenherde verlegt werden kann. Der künftige Goldman Sachs-Mann negierte während seiner Amtszeit mit wenig diplomatischem Fingerspitzengefühl russische Sicherheitsbedürfnisse, indem er vehement die Erweiterung der Nato Richtung Osteuropa betrieb. In der jüngsten Zeit gelangte er mit seiner Forderung nach einer Anhebung der Rüstungsausgaben der NATO-Mitgliedsstaaten in die öffentliche Wahrnehmung.

Im Jahr 2002 bekleidete Rasmussen das Amt des EU-Ratspräsidenten, mit dem Aufgabenschwerpunkt die Beitrittsverhandlungen mit zehn weiteren potentiellen Mitgliedsstaaten in die EU zu führen. Und es war ausgerechnet das Investmenthaus Goldman Sachs, das der griechischen Regierung systematisch geholfen hat, gegen hohe Gewinne die nationalen Schulden in den Jahren 1998 bis 2009 zu verschleiern, wodurch der EU-Beitritt Griechenlands erst ermöglicht wurde. Das Thema „kreative Buchführung“ war für Rasmussen zu dessen Ratspräsidentschaft jedoch kein Neuland mehr, mußte er doch bereits 1992 als Wirtschaftsminister zurücktreten, nachdem eine Untersuchungskommission zu dem Schluß gekommen war, daß er dem Parlament ungenaue und unvollständige Informationen über die „kreative Buchführung“ in seinem Ministerium geliefert hatte. Nichtsdestotrotz wurde Rasmussen, der auch die Ehrendoktorwürde der nordisraelischen Universität Haifa besitzt, 1998 Ministerpräsident in Dänemark.

Die Liste der Verbindungen zwischen Goldman Sachs und der Politik ist ellenlang, doch bereits ein kleiner beispielgebender Ausschnitt davon läßt erahnen, welcher Einfluß dem Netzwerk Goldman Sachs zugesprochen werden kann. Ehemalige Goldman-Sachs-Banker sind der EZB-Präsident Mario Draghi, der ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Monti und auch Mark Carnes, der Vorsitzende des Financial Stability Board zur Überwachung des globalen Finanzsystems sowie die wirtschaftspolitischen Berater des US-Finanzminnisteriums Robert Rubin und Henry Paulson. Derzeit Vorsitzender von Goldman Sachs International ist der ehemalige EU-Kommissar und erste WTO-Generaldirektor Peter Sutherland. Und auch Alexander Dibelius ist nicht allein Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern ebenso Vorsitzender von Goldman Sachs Deutschland. Zudem wird künftig NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rsamussen wieder direkt bei der Quelle des Netzwerks Goldman Sachs arbeiten…

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