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Jürgen Wagentrotz und Guido Maria Kretschmer

Oil & Gas Invest AG: Halten Dr. Michele Sciurba und Florian Fritsch die Fäden in der Hand?

Samstag, 27 Juni 2015 15:19 geschrieben von  Dirk Schneider
Dr. Michele Sciurba ist Berater der OGI AG Dr. Michele Sciurba ist Berater der OGI AG Quelle: Michele Sciurba

Frankfurt am Main - Welche Kompetenz verleiht eigentlich TV-Star Guido Maria Kretschmer einem Frankfurter Magnaten im Ölgeschäft? Das fragen sich seit einigen Wochen nicht nur Journalisten, sondern auch viele Anleger, die in die Geschäftsidee der OGI AG u.a. über Nachrangdarlehen investiert haben. Guido Maria Kretschmer ist sicher ein Mann für den weiblichen Chic. Aber J.R. Ewing haben wir uns anders vorgestellt.

Augenfällig war die OGI AG rund um den Vorstand Jürgen Wagentrotz aufgestellt. Dann kamen mit einer Berichterstattung durch die WirtschaftsWoche und andere Publikationen Zweifel auf. Zeitweise wurde kolportiert, dass der Frankfurter Unternehmer Dr. Michele Sciurba bei der OGI AG sehr einflußreich agiert.

An sich wäre das ein Vorteil für die OGI AG. Dr. Michele Sciurba ist ein smarter Kopf. Er versteht sich aufs Denken. Und solch geistige Kompetenz wäre bei angestrebten Millionengeschäften sicher eine feine Sache. Immerhin versprechen die Verantwortlichen der OGI Investoren den Rück­kauf der Anlage plus Zinsen von 9 bis 12 Prozent. Anleger hätten bereits erhebliche Millionenbeträge gezeichnet. Doch solche majestätischen Renditen wollen auch gut erwirtschaftet sein.

Anlegern, die der Oil & Gas Invest AG (OGI AG) in Frank­furt am Main Geld für die Exploration von Ölquellen in den USA anvertrauen, vermittelt OGI-Vorstand Jürgen Wagentrotz höchst­persönlich eine Art "Garantie" für die Rück­zahlung ihrer Einlage plus Zinsen. Bürgen möchte Entrepreneur Jürgen Wagentrotz sogar mit seinem Privatvermögen. Doch Kritiker haben Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Bürgschaftserklärungen.

Tatsächlich kann - wie bei fast jedem Geschäft - so einiges für die OGI AG und ihre Anleger schief gehen. Die Oil & Gas Invest AG will tief im Süden der USA über Erdölvor­räte von 120 Millionen Barrel im Wert von 6 Milliarden US-Dollar verfügen. Dieses Potenzial müsse nur gefördert werden. Dafür brauche es eben zuvor viel an Investoren-Geld. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Eine andere Personalie im Umfeld des Unternehmers Dr. Michele Sciurba gibt weitere Rätsel auf: So läßt sich recherchieren, dass das Regensburger Multitalent Florian Fritsch (FG.de, Fröschl, SAM AG, usw.) seinem neuen Freund Dr. Michele Sciurba in vielen Dingen beratend zur Seite steht. Auch Florian Fritsch ist sicher ein gerissener Kopf. Er kann gut reden und hatte vor Jahren nicht nur den Geothermie-Investor Michael Oberle und dessen SAM AG Millionen an Projektierungsgeldern abgeschwatzt. Das verlief sogar so geschickt, dass die späteren Abwickler der durch die schweizerische Finanzmarktaufsicht (FinMA) geschlossenen SAM AG kaum rechtliche Ansatzmöglichkeiten mehr sahen, von Florian Fritsch, seinem Geschäftspartner Wolfgang Hageleit oder der involvierten FG-Gruppe aus Regensburg Schadenersatz zu fordern. Florian Fritsch und Wolfgang Hageleit haben sich später getrennt und halten heute nicht mehr viel voneinander. Wolfgang Hageleit blieb am Steuer der FG, Florian Fritsch suchte neue Gelegenheiten.

Von diesem Erfahrungsschatz des Florian Fritsch kann sicher auch Dr. Michele Sciurba profitieren. Ob es eine gute Sache für die Investoren der OGI AG wird, das muß sich erweisen. Aber Florian Fritsch lenkt die OGI AG bekanntlich nicht, sondern das tut ja Jürgen Wagentrotz.

Letzte Änderung am Dienstag, 04 August 2015 17:37
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