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Betriebsrente

Pensionsrückstellungen endlich handels- und steuerrechtlich gleich behandeln!

Dienstag, 16 Februar 2016 07:28 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Pensionsrückstellungen endlich handels- und steuerrechtlich gleich behandeln! Quelle: PIXABAY.COM

Berlin – Seit Jahren ist die Politik, nicht zuletzt aufgrund ihrer Hilflosigkeit gegenüber dem demographischen Niedergang, bestrebt, die Altersvorsorge vom Umlagesystem auf zusätzliche Instrumente der Kapitaldeckung umzustellen. Eine nicht unerhebliche Rolle spielen dabei die Betriebsrenten. Betriebsrenten werden nicht in voller Höhe in der Bilanz abgebildet, sondern mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, den die Deutsche Bundesbank bekanntgibt. Da die zu bildenden Rückstellungen gegenläufig zur Zinsentwicklung ausfallen, leiden die Unternehmen unter der derzeitigen anhaltenden Niedrigzinsphase, da sich die notwendig höheren Rückstellungen negativ auf ihre Gewinne auswirken. Das Bundeskabinett hat zwar inzwischen beschlossen, Unternehmen bei der handelsbilanziellen Behandlung von Pensionsrückstellungen zu entlasten, indem geringere Rückstellungen zu bilden sein sollen, doch hält dies beispielsweise der Mittelstandsverbund für unzureichend. Zudem kann sich dies womöglich auch auf die Sicherheit der Betriebsrenten negativ auswirken.

Die Bundesregierung beabsichtigt, dass Unternehmen den Bedarf für Pensionsrückstellungen auf Basis des durchschnittlichen Marktzinses anstelle der bisherigen Regelung von sieben Jahren, künftig auf Basis der der vergangenen zehn Jahre ermitteln können, um so zu einem höheren Durchschnittszins zu gelangen. Allerdings ist fraglich, welche Wirkung diese Änderung zeigen wird, nachdem die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht mehr weit von ihrer ersten Dekade entfernt ist, wodurch das Niveau des Durchschnittszins kaum berührt werden dürfte. "Mit den Vorschlägen können wir nicht zufrieden sein. Die Politik geht mit dem Entwurf zwar in die richtige Richtung. Bei den schon seit mehreren Jahren niedrigen Zinsen würde die angespannte Situation jedoch kaum entschärft", argumentiert auch der Präsident des Mittelstandsverbundes Wilfried Hollmann. Der Verbandsvertreter sieht durch die Entwicklung die Investitionsfähigkeit des Mittelstands beeinträchtigt und fordert aufgrund des nicht absehbaren Endes de Niedrigzinspolitik der EZB den Zeitraum deutlich über die zehn Jahre hinaus zu verlängern.

Darüber hinaus ist es dem Mittelstandsverbund ein Anliegen, die Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Rückstellungen zu beseitigen. "Es kann und darf nicht sein, dass Unternehmen immer mehr Steuern auf Gewinne zahlen müssen, die sie gar nicht erzielt haben“, kritisiert Hollmann die bisherige Rechtslage. Zielführende Veränderungen müssten dem Mittelstand wieder eine verlässliche Grundlage für Planungssicherheit geben.

Letzte Änderung am Dienstag, 16 Februar 2016 07:32
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