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Risikokapital für europäische und afrikanische Start-ups

Projektfinanzierungen aus Dubai: Wer ist Ashraf Mahmud von der Aras Group?

Samstag, 21 März 2020 23:34 geschrieben von 

Dubai – Die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Aras Group DWC LLC warb noch vor nicht allzu langer Zeit mit einem breiten Dienstleistungsspektrum, das Transport, Logistik und Warenhandel sowie Immobilienfinanzierungen, Investments und gewerbliche Finanzierungen umfasst. Abgedeckt wird dieses große Geschäftsfeld durch die Tochtergesellschaften Aras Investment and Participation Ltd., Aras Logistic and Distribution Ltd., Aras Trading and Services Ltd., Aras Consulting and Advisory Ltd. und Aras Properties Ltd. Bei allen Aktivitäten hat man nach eigenen Angaben ein solides Refinanzierungsnetzwerk aus Fonds, Banken und Privatinvestoren im Rücken.

Marktbeobachtern zufolge konzentriert sich die Firmengruppe zunehmend auf alternative Projekt- und Unternehmensfinanzierungen. Im Mittelpunkt steht dabei die innovative, aber chronisch unterfinanzierte europäische Start-up-Szene. Weil Banken in ihrer Kreditvergabe immer restriktiver geworden sind, suchen junge Unternehmensgründer verzweifelt nach neuen Finanzierungsquellen. Das gilt in verschärfter Form für Deutschland, während Start-ups in den USA relativ leicht Kapital einwerben können. Infolge immer seltener vergebener Bankkredite ist die Finanznot hierzulande so groß, dass laut einer aktuellen Bitkom-Studie schon jedes vierte deutsche Start-up über den Gang ins Ausland nachdenkt. Dort hoffen die Jungunternehmen leichter an die benötigten Investorengelder heranzukommen.

Den immensen Kapitalbedarf europäischer Start-ups hat frühzeitig der deutsche Finanzierungsexperte Frank Kahn erkannt. Der Key-Account-Manager der Aras Group gilt als gut vernetzt mit internationalen Geldgebern, die insbesondere Unternehmensgründungen mit frischem Risikokapital fördern wollen. Bei diesen Geldgebern handelt es sich, wie man so hört, um reiche Familien aus der Golfregion. Schon mehrfach soll Kahn unkonventionelle und gerade deshalb erfolgreiche Finanzierungslösungen ins Spiel gebracht haben. Sein großes Talent zur unkomplizierten Vermittlung von Risikokapital hat ihm den kuriosen Namen „Hexer von Dubai“ eingebracht. Ansonsten ist über Frank Kahn, seinen beruflichen Werdegang und sein Privatleben kaum etwas bekannt. Diskretion gilt in der Finanzierungsbranche ja als zwingende Erfolgsvoraussetzung.

Fast noch geheimnisumwitterter ist der Projektfinanzierer Ashraf Mahmud, dessen Name im Internet auch in der Schreibweise Ashraf Mahmoud auftaucht. Er ist der Chief Executive Officer der Aras Group, zu deren engster Führungsmannschaft noch Hassan Najjar gehört. Unterstützt werden beide von Key-Account-Profi Frank Kahn, von Relationship Manager Samira Zadeh, von Marketing Coordinator Akash Kumar und Ibrahim Saadi vom Audit Department.

Ashraf Mahmud will mit kundenindividuellen Projektfinanzierungen zwischen Orient und Okzident kulturelle Brücken bauen, aber natürlich auch Geld verdienen. Anfang letzten Jahres kündigte sein Sprecher die Intensivierung von Immobilieninvestments in den Vereinigten Arabischen Emiraten an und nannte ein Investitionsvolumen im hohen dreistelligen Millionenbereich. So werde für die Summe von rund 200 Millionen US-Dollar ein großes Hotel als Nobel-Altersresidenz umgebaut und zudem ein „Wohnturm“ mit 100 Wohneinheiten errichtet, hieß es. Die Immobilieninvestments scheinen sich auf die Heimatregion zu beschränken, wo unter dem Motto „Connecting Minds, Creating the Future“ vom 20. Oktober 2020 bis zum 10. April 2021 die nächste Expo stattfinden wird, sofern sie nicht noch wegen der Corona-Pandemie abgesagt wird.

Der Blick des Aras-Chefs ist vor allem nach Europa gerichtet, wo viele Start-ups händeringend nach Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankkredit suchen. Ashraf Mahmud weist darauf hin, dass zu den Finanzierungsangeboten seiner Firmengruppe nachrangige Darlehen, stille Beteiligungen und die Vermittlung von Risikokapital gehören. Der Wert der vergebenen Risikodarlehen liegt in den meisten Fällen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich, auch wenn es sich bei Aras um keine Bank, sondern um einen Investor handelt. Vor der Bereitstellung des Wagniskapitals schließt der Kunde den Finanzierungsvertrag direkt mit der Aras Group ab und nicht mit dem jeweiligen Refinanzierer. Über ein Nachrangdarlehen wird das Investmenthaus aus Dubai zu einem stillen Teilhaber an dem jeweiligen Unternehmen. Auf diese Weise lassen sich transparent und kostengünstig reihenweise Großprojekte finanzieren. Einschränkungen bezüglich des Standortes und der Branche des kreditsuchenden Unternehmens soll es dabei nicht geben.

Ohne den europäischen Kernmarkt zu vernachlässigen, will Mahmud sein unternehmerisches Engagement nun auch in Afrika deutlich verstärken. Gerüchteweise hat die Aras Group bereits einige afrikanische Unternehmen mit Risikokapital versorgt. In vielen Ländern des schwarzen Kontinents blühen gerade solche Start-ups auf, die Serviceleistungen erbringen, bei deren Bereitstellung der Staat versagt. Europäische und asiatische Investoren sprechen längst vom „Chancenkontinent“ Afrika. Viele Länder südlich der Sahara-Zone zeigen seit Jahren durch politische Stabilität und anhaltendes Wirtschaftswachstum, dass sie attraktive Investitionsstandorte mit Zukunftspotenzial sind. Schon für das Jahr 2019 hatte die African Development Bank ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 4,0 Prozent prognostiziert. Von diesem wachsenden Kuchen will die Aras Group ein Stück abhaben.

Um diesem Ziel näherzukommen, setzt Mahmud alle Hebel in Bewegung. Dem Vernehmen nach soll auch die eingangs erwähnte Aras Properties Ltd. schon in Afrika als Kapitalgeber tätig sein. Wie ihre Muttergesellschaft hat sie ihren Sitz in Dubai, ist Teil der Risikokapitalbranche und soll rund hundert Mitarbeiter haben. Ashraf Ben Mahmoud, wie er offenbar mit vollem arabischen Namen heißt, fungiert als Geschäftsführer der Aras Properties Ltd. und stützt sich auf die Mitarbeit von Frank Kahn, Nader Allethi und Maria Zain.

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