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Weltgrößte Ernährungsmesse

Russland bleibt Grüner Woche fern

Dienstag, 12 Januar 2016 01:31 geschrieben von  Susanne Hagel
Logo der grünen Woche Logo der grünen Woche Quelle: gruenewoche.de

Berlin - Der größte ausländische Aussteller auf der Welternährungsmesse, der sonst stets eine 6.000 Quadratmeter große Halle allein gefüllt hatte, bleibt dieser in diesem Jahr fern: Die Grüne Woche wird ohne Russland stattfinden.

„Russland hat sich nicht angemeldet“, erklärt der Sprecher der Messe Berlin, Wolfgang Rogall. „Wir haben schlicht nichts gehört.“ Demnach gebe es auch keine offizielle Absage oder eine Begründung. Normalerweise melden sich die Teilnehmer der Messe bis spätestens Herbst beim Veranstalter, so Rogall.

Damit bleibt Russland der Messe erstmals seit 1993 fern. Seit 2006 gehörte das Land zu den größten Ausstellern der Veranstaltung. Die Messe biete die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und lukrative Verträge auszuhandeln, erklärte Rogall. Das nütze Russland aufgrund der Sanktionen aber gerade nichts. Zudem komme es „immer wieder vor, dass Länder ein oder mehrere Jahre aussetzen, zum Beispiel, wenn es einen Wechsel in der Regierung oder zuständigen Verwaltung gegeben hat“, so der Sprecher der Messe.

Der Besucher muss in diesem Jahr also auf die Spezialitäten aus Osteuropa verzichten. In der Halle 2.2, die sonst Russland zur Verfügung stand, wird dieses Jahr eine Blumenausstellung zu sehen sein. Außerdem erhält in diesem Jahr das Entwicklungsministerium erstmals eine eigene Halle, wo es dem Besucher das Thema „Eine Welt ohne Hunger ist möglich“ nahe bringen will. Insofern, so Rogall, sei Russlands Abwesenheit „gut zu kompensieren“.

Russland wird von Norwegen als nun größten ausländischen Aussteller abgelöst: Mit achtzig Ausstellern hat das Land seine Präsentation deutlich ausgeweitet. Auch Österreich und die Schweiz haben ihre Ausstellungen erweitert.

Aufgrund der Ukrainekrise versucht die EU noch immer Druck auf Moskau auszuüben, indem es Wirtschaftssanktionen gegen Russland aufrecht erhält. Russland reagierte mit einem Embargo gegen westliche Agrarprodukte. Erst vor Weihnachten verlängerte die EU-Kommission die Sanktionen um ein weiteres halbes Jahr, obwohl europäische Bauern unter den Maßnahmen leiden. „Die deutschen Bauern verlieren jährlich knapp eine Milliarde Euro durch den Ausfall Russlands beziehungsweise die dadurch gesunkenen Preise wegen des Mengendrucks“, erklärte Michael Lohse, der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes. „Wir vergleichen das Jahr für die deutsche Landwirtschaft durchaus schon wieder mit der Situation 2008/2009, dem Jahr der Finanz- und Wirtschaftskrise.“

Die Grüne Woche beginnt am kommenden Freitag in Berlin. Bis zum 24. Januar werden rund 1.600 Aussteller aus über sechzig Ländern ihre Erzeugnisse ausstellen.

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