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DIHK-Präsident Eric Schweitzer:

Schnelle Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen ist Illusion!

Donnerstag, 29 Oktober 2015 19:57 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Eric Schweitzer, 2012 Eric Schweitzer, 2012 Quelle: de.wikipedia.org | Foto: ALBA Group | CC BY-SA 3.0

Berlin - Nachdem die Belastungen mit der Flüchtlingswelle zunehmend größer werden, ja diverse Kommunalvertreter und Hilfsorganisationen sogar kundtun, zu groß werden, wird seitens der Befürworter einer in zweierlei Hinsicht grenzenlosen Migration versucht, der verfahrenen Situation einen Vorteil mit Blick auf einen Fachkräfteimport herbeizureden. Doch wie seit geraumer Zeit nahezu alles einer schnellen Revidierung anheim fällt, so auch dieser Aspekt, bei dem offensichtlich mehr nur der Wunsch der Vater des Gedankens ist. In diesem Zusammenhang war bereits auffällig, daß Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nicht umhinkam, sehr bald eingestehen zu müssen, daß die Arbeitslosenzahlen aufgrund der Zuwanderung spürbar ansteigen werden. Folglich scheinen sich offensichtlich nicht im überbordenden Maße genau die zumeist nachgefragten Berufsbilder und Qualifikationsniveaus zu uns zu flüchten. Einen Rückschluss darauf lässt schon ein Blick auf die Analphabetenquote in den Hauptherkunftsländern der Asylforderer zu.

Einen weiteren Wermutstropfen gab nun zudem der DIHK-Präsident Eric Schweitzer gleich zu Beginn der bundesweiten Fachkräftewoche diesen Montag hinzu, indem er deutlich vor Illusionen hinsichtlich einer raschen Arbeitsmarktintegration der Asylbewerber warnte. Schweitzer sprach allenfalls auf mittelfristige Sicht von Erfolgen und definierte dabei eine Arbeitsmarktintegration von 20 bis 30% bereits als Erfolg, wobei er bis zu zehn Jahre dafür erforderlich hält. Seine Einschätzung stützt der DIHK-Präsident dabei auf einen Vergleich mit den in den 90er-Jahren nach Deutschland gekommenen Asylbewerbern, derer gerade einmal 12 % in den Arbeitsmarkt zu integrieren waren. Gemessen an dieser Analyse stünde außer Frage, daß ein sofortiger Stopp der Flüchtlingsströme nach Deutschland durchgesetzt werden müßte, um die Lage die nächsten Jahre wenigstens einigermaßen bewältigen zu können. „Wir schaffen das“-Durchhalteparolen sind hierbei allerdings wenig hilfreich, um nicht zu sagen, geradezu schädlich.

Die Politik sollte auch zur Kenntnis genommen habe, daß laut Schweitzer zwei Drittel der Flüchtlinge nicht qualifiziert sein, und man auch vorhandene Qualifikationen der Herkunftsländer nicht mit den Deutschen Ansprüchen gleichsetzen könne. Beispielsweise sei "das syrische Abitur so viel wert wie bei uns ein Hauptschulabschluss", so der DIHK-Präsident. Und nicht zu vergessen, daß zudem viele Regionen ein weitaus niedrigeres Bildungsniveau aufweisen als Syrien. Immerhin muß die Frage zulässig sein, ob nicht mit den gleichen Aufwendungen, die für die Aufnahme und Integration der Flüchtlingsströme zum tragen kommen, nicht auch familien- und berufsbildungspolitische Anstrengungen unternommen werden könnten, um einer erwünschten Wirtschaftsentwicklung gerecht zu werden.

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