www.derfflinger.de

Freigegeben in Wirtschaft

Braunkohletagebau vor dem Aus?

Schweden setzt Vattenfall-Plänen möglicherweise ein jähes Ende

Montag, 06 Oktober 2014 06:33 geschrieben von  Torsten Müller
Logo von Vattenfall Logo von Vattenfall Quelle: Vattenfall

Magdeburg - Der Energiekonzern Vattenfall, der nebenbei auch schwedischer Staatskonzern ist, hat in der Lausitz eigentlich noch große Pläne. So hat Vattenfall derzeit fünf Tagebaue in Betrieb, drei davon sollten in den nächsten Jahren erweitert werden, wogegen in den letzten Jahren zahlreiche von der notwendig werdenden Umsiedlung Betroffene und Umweltschützer protestierten.

Die neue schwedische Regierung hat nun aber verlauten lassen, dass sie Vattenfall zu einem Vorreiter bei der Energiewende machen wolle. Dazu würden auch gehören, den Braunkohletagebau nicht weiter auszuweiten. Die Regierung wolle, so verkündete der neue Ministerpräsident Stefan Löfven in seiner Regierungserklärung, den Stromkonzern auffordern, die Erweiterung der Braunkohleförderung in Deutschland zu stoppen. Man wolle das Staatsunternehmen „dahingehend beeinflussen“, die Tagebaue Nochten Zwei, Welzow-Süd und Jänschwalde-Nord nicht abzubaggern. Die an der Regierung beteiligten Sozialdemokraten schreiben in einer Mitteilung: „Die Zukunft des Unternehmens muss in der Entwicklung erneuerbarer Energien liegen, und nicht in Kohle und Gas.“

Parallel dazu sind SPD und Linke in Brandenburg bisher nicht in der Lage, sich auf ein Datum für den Ausstieg aus der Braunkohleförderung zu einigen. Der schwedische Staat könnte der künftigen brandenburgischen Regierung diese Entscheidung möglicherweise abnehmen. Von Vattenfall hört man bisher nur Folgendes: „Eine Erweiterung des Braunkohlegeschäfts im Sinne einer steigenden Produktion ist von Vattenfall nicht beabsichtigt.“  Vattenfall selbst wiegelt zwar bisher ab, doch die SPD laviert schon nervös herum, da sie nicht weiß, wie schnell Schweden den Konzern zu einem Ende der Braunkohleförderung zwingen wird. Die SPD weiß um die Unbeliebtheit der Kohle und will sich natürlich nicht unnötig Wählerfrust zuziehen, wenn man die Entscheidung doch auch getrost dem Ausland überlassen kann. Noch im Juni entschied die rot-rote Landesregierung, dass der Ausbau des Tagebaus Welzow-Süd genehmigt wird.

Da im Vorfeld der schwedischen Wahl schon darüber spekuliert wurde, die Braunkohle-Sparte von Vattenfall einem anderen Energiekonzern zu überlassen, könnte das Problem für Brandenburgs Landesregierung aktuell bleiben. Steffen Streu, der Sprecher des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums sagte dazu: „Im übrigen wird über die weitere Nutzung der Braunkohle in Deutschland entschieden und nicht in Schweden.“

Es bleibt also spannend, ob der rot-roten Braunkohlepolitik möglicherweise von der schwedischen Regierung ein Strich durch die Rechnung gemacht wird, wenn sich nach Vattenfall möglicherweise kein Energiekonzern für die Fortführung der Braunkohleförderung interessiert.

Letzte Änderung am Montag, 06 Oktober 2014 06:37
Artikel bewerten
(4 Stimmen)
Schlagwörter: