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Milchmarkt:

Schwierige Marktsituation fordert Milchbauern, Molkereien und Politik!

Mittwoch, 20 Januar 2016 06:00 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Schwierige Marktsituation fordert Milchbauern, Molkereien und Politik! Bild: Maja Dumat / pixelio.de

Berlin – Nicht zum ersten Mal und sicherlich auch nicht zum letzten Male werden der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Verbände der Molkereiwirtschaft - wie jüngst im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin - die Auswirkungen der derzeitigen Preiskrise diskutiert haben, um gemeinsame Ansatzpunkte zur Verbesserung der Wertschöpfung in der Milcherzeugung zu eruieren. Die Lage auf dem Milchmarkt ist nach wie vor äußerst angespannt, die Erzeugerpreise für die Milchbauern existenzgefährdend. Als Hauptproblemfelder sind gegenwärtig die unzureichende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Milchwirtschaft und die prekäre Liquidität der Milchviehbetriebe auszumachen. Die Verbandsspitzen erwarten sich auf Bundes- und EU-Ebene eine bessere Exportunterstützung mit Blick auf Zugang zu Drittstaaten, fordern darüber hinaus aber auch Initiativen, die zu einer Beendigung des russischen Importembargos führen.

Die seitens der Spitzenvertreter der Milchbranche empfohlenen Konzepte der Kooperation zwischen den Marktpartnern betrachten wirtschaftseigene Gestaltungen der Lieferbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien als zeitgemäßer als staatliche Mengenregulierungen. Letztgenannter Weg der Planwirtschaft hat sich nach Ansicht der Branchenvertreter als wenig wirksam erwiesen.  DBV-Präsident Rukwied fordert ein Maßnahmenbündel, um die schwierige Marktsituation zu bewältigen. Ungenutzte Potentiale auf den regionalen und weltweiten Märkten können laut Rukwied von der deutschen Milchwirtschaft konsequenter genutzt werden, wenn die Strukturen in der Vermarktung mit Blick auf eine forcierte Wertschöpfungsorientierung überdacht werden. Hinsichtlich noch ungenutzter Potentiale verweist der Bauernverbandspräsident auf den Vergleich mit Wettbewerbern aus den europäischen Nachbarstaaten.

Problematisch für die Branche wirkt sich nach wie vor die zunehmende Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel aus. An die Politik gerichtet, forderten die Verbände daher einstimmig, dass kartellrechtliche Instrumente zur Vermeidung von Niedrigpreisstrategien sowie Missbrauch von Marktmacht strikt angewendet werden müssten. Die von den Abnehmern geforderten hohen Produktions- und Qualitätsstandards müssen sich außerdem in den Verbraucherpreisen widerspiegeln. „Die Landwirte sind bereit, Weiterentwicklungen beim Tierwohl und in der Nachhaltigkeit umzusetzen. Daran arbeiten wir gemeinsam bei der stetigen Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements Milch. Für diese Anstrengungen, verbunden mit entsprechend hohen Investitionen in den Milchviehbetrieben, brauchen wir auch bessere Erzeugerpreise“, so Rukwied abschließend. - Milchbauern, Molkereien und Politik sind gefordert!

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