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Fannie Mae und Freddie Mac wieder im Spiel

US-Hypothekenmarkt: Das Spiel mit dem Feuer beginnt erneut

Dienstag, 28 Oktober 2014 09:45 geschrieben von  Hans Driesch
US-Hypothekenmarkt: Das Spiel mit dem Feuer beginnt erneut Quelle: fanniemae.com

Frankfurt am Main - Die beiden größten Hypothekenbanken der Welt, Fannie Mae (eigentlich Federal National Mortgage Association, FNMA) und Freddie Mac (eigentlich Federal Home Loan Mortgage Corporation, FHLMC), stehen vor einem überraschenden Comeback. Die beiden Hypothekenriesen waren im Zuge der großen Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 massiv in die Schlagzeilen gekommen, weil die staatsnahen Institute die Kreditstandards in den Jahren vor dem Ausbruch der Krise kontinuierlich gesenkt und so zahlreichen einkommensschwachen Haushalten zu einem Eigenheim verholfen hatten.

Während Fannie Mae eine Gründung aus der Zeit des vom US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt betriebenen „New Deals“ ist und seit 1938 das klassische Geschäft der Vergabe und der Garantie von Hypothekenkrediten betreibt, bündelt die 1970 gegründete Freddie Mac diese Hypotheken zu immobilienbesicherten Wertpapieren und verkauft sie an Banken und Fonds. In der großen Finanzkrise wurde dieses Geschäftsmodell zahlreichen US-Bürgern zum Verhängnis, da nach dem Abrutschen der Immobilienpreise in vielen Fällen der erzielbare Hauspreis die noch ausstehende Hypothek nicht mehr abdeckte („under water“). Am Ende rutschten auch Fannie Mae und Freddie Mac in die Insolvenz und mussten mit der gigantischen Summe von 188 Milliarden US-Dollar vom Staat gerettet werden. Die Politik schwor damals tausend Eide, die gemachten Fehler nie mehr zu wiederholen, Fannie Mae und Freddie Mac mittelfristig zu schließen und durch andere, weniger missbrauchsanfällige Formen der Eigenheimförderung zu ersetzen. Wie der den Demokraten nahestehende Direktor der Federal Housing Finance Agency, Mel Watt, allerdings in der vergangenen Woche in Las Vegas bekanntgab, sollen die Kreditstandards nochmals signifikant gesenkt werden und es soll beispielsweise möglich sein, für manche Kredite nur noch eine Anzahlung von drei statt von fünf Prozent zu verlangen. In den USA sind die Pläne von Mel Watt derweil schon auf teilweise harsche Kritik gestoßen. Das „Wall Street Journal“ sieht schon den Grundstein für eine neue schwere Finanzkrise gelegt und unkte, dass nicht ein Eigenanteil von drei, sondern von 20 Prozent erst dafür sorge, dass Hausbesitzer langfristig in ihrem mit einer Hypothek belasteten Eigenheim bleiben könnten. Auch von den Republikanern wird Widerstand gegen die Pläne für eine erleichterte Hypothekenkreditvergabe erwartet, allerdings sollen laut Insidern die Würfel schon gefallen sein und die Barrack Obama-Regierung einen neuen Kurs für eine erleichterte Kreditvergabe eingeschlagen haben. Klar ist am Ende nur eines: Wenn es schiefgeht, blecht am Ende wieder der Steuerzahler.

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