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Elektromobilität

VDMA: falsche Anreize bei Elektromobilität!

Sonntag, 07 Februar 2016 23:05 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Quelle: de.wikipedia.org | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau - AEF-PDF

Berlin – Das Ziel einer deutlichen Verringerung des Schadstoffausstoßes verlangt unter anderem Veränderungen der Mobilität. Eine besondere Rolle in der Mobilität der Zukunft weist die Politik der Elektromobilität zu, deren Potentiale mittel- bis langfristig ausgeschöpft werden sollen. Die Elektromobilität wird zu den Zukunftstechnologien gezählt, die sich auch dadurch auszeichnet, einen Bezug vielen Branchen aufzuweisen. Für die deutschen Unternehmen gilt es in diesem Zukunftsmarkt im Streben Leitanbieter zu werden nicht ins Hintertreffen zu geraten. Um dies nachhaltig zu erreichen, müssen die Unternehmen in der Lage sein, Produkte anzubieten, die technisch und preislich wettbewerbsfähig sind und sich am Markt durchsetzen. Die Serienfertigung von Hochleistungszellen ist weltweit noch längst nicht ausgereift. Mit innovativer Produktionstechnik und Erfahrungen aus verwandten Industrien sind deutsche Maschinenbauer hier sehr gefragt und haben bereits heute erfolgreich auch Auslandsmärkte erschlossen.

Der Erfolg der Elektromobilität wird stark von der Frage abhängen, ob es gelingt eine Reduktion der Kosten zu erzielen. In den vergangenen Jahren hat die Industrie schon große Fortschritte gemacht, wobei dabei der Produktionstechnik, insbesondere bei der kostenintensiven Batterie eine Schlüsselrolle zukommt. Marktführer beziehen heute schon Batteriepacks für circa 300,- $ pro Kilowattstunde. Eine Halbierung wird in den nächsten Jahren innerhalb der Branche für möglich gehalten. Den politischen Überlegungen der Elektromobilität über eine Kaufprämie zum Durchbruch zu verhelfen, erteilt zumindest der Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus eine Absage. „Eine Kaufprämie dagegen setzt die falschen Anreize“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. „Weder lassen sich Streuverluste und Mitnahmeeffekte vermeiden noch ist die Zielsetzung einer technologischen und preislichen Wettbewerbsfähigkeit der Elektromobilität auf diese Weise zu erreichen. Das Ziel von einer Million E-Fahrzeugen in 2020 kann keine Rechtfertigung für eine Kaufprämie sein.“

Das Geheimnis des Erfolges wird bei dieser noch jungen Technologie letztendlich in der Forschung, insbesondere in den Bereichen Produktions-, Batterie- und Antriebstechnik liegen. Hierbei ist aus VDMA-Sicht vor allem auf den branchenübergreifenden, vorwettbewerblichen Innovationsnetzwerke der industriellen Gemeinschaftsforschung aufzubauen, jenen Forschungsstrukturen die unsere Industrie stark gemacht haben. Der Verband spricht sich zudem vergleichbar zu den überwiegenden OECD-Ländern für die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung aus. Der VDMA ist nach wie vor davon überzeugt, dass die für eine Kaufprämie vorgesehenen Mittel mit weit besserer Wirkung und vor allem nachhaltiger zu Beginn der Wertschöpfungskette, also in Forschung und Entwicklung, investiert werden sollten. Ein weiteres Mittel der Wahl – auch zur Stärkung der Elektromobilität – sei die unbefristete Einführung der degressiven Abschreibung. Gerade neue Technologien mit starken zu erwarteten Entwicklungsschüben sollten schnell und degressiv steuerlich abgeschrieben werden können. Dies würde die Produktionstechnik fördern, den Standort Deutschland als Leitanbieter neuester Technologien sichern sowie Investitionen in Deutschland motivieren und so Arbeitsplätze sichern, so die Verbandsmeinung.

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