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PmK - Projekte mit Konzept für eine lebenswerte Zukunft GmbH

Verbraucherschützer warnen vor Prokon-Gründer Carsten Rodbertus

Freitag, 26 September 2014 18:06 geschrieben von  Torsten Müller
Logo der Prokon Logo der Prokon Quelle: prokon.net

Magdeburg - In vielen öffentlichen Verkehrsmitteln und an Werbetafeln prangten jahrelang die Versprechungen, dass man acht Prozent Rendite ganz einfach haben könne. Man müsse nur Genussrechte der Firma Prokon erwerben. Das ist Geschichte.

Prokon ging pleite, zigtausende Anleger verloren einen beträchtlichen Teil ihrer Ersparnisse. Insgesamt hatten 75.000 Anleger 1,5 Milliarden Euro in das Windenergieunternehmen investiert, bei der Gläubigerversammlung Ende Juli wurde bekannt, dass die Gläubiger etwa 40 bis 70 Prozent ihres Investments verlieren werden. Der Insolvenzverwalter gab auf der Versammlung Einblick über die katastrophalen Zustände in der Firma. So gab es weder eine echte Budgetplanung noch Controlling, keine testierten Jahresabschlüsse, aber ein Firmenflugzeug, das für Fallschirmsprünge genutzt wurde. Zinsen der alten Anleger wurden mit den Einlagen der neuen Anleger bedient – ein typisches Schneeballsystem.

Der Prokon-Gründer Carsten Rodbertus scheint daraus keine Lehren gezogen zu haben, obwohl erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass er kurz vor der Privatinsolvenz steht. So berät er nun das Unternehmen mit dem verheißungsvollen Namen „PmK - Projekte mit Konzept für eine lebenswerte Zukunft GmbH“. Er sei zwar kein Gesellschafter oder Geschäftsführer der Gesellschaft, wolle aber „beratend zur Seite“ stehen. Im Gegensatz zu den so genannten Genussrechten, die Carsten Rodbertus noch für Prokon vergeben hat, sollen nun für PmK Nachrangdarlehen eingeworben werden. Derzeit werden die Anleger mit einer Rendite von drei bis fünf Prozent gelockt.

Es sollen 250 Millionen Euro eingesammelt werden, mit denen die PmK kleine und mittelständische Betriebe fördern will, die „nachhaltige, gemeinnützige, soziale oder kulturelle“ Dinge produzieren oder tun. Es soll „direkte bürgernahe Finanzierungen für Unternehmen“ geben. Rodbertus wendet sich vor allem an diejenigen, „die dem herkömmlichen Finanzsystem nicht mehr vertrauen.“

Verbraucherschützer warnen derweil vor dieser ominösen Geldanlage. So sagte Renate Daum von der Stiftung Warentest: „Diese sogenannten qualifizierten Nachrangdarlehen sind bislang gesetzlich völlig unreguliert.“ Sollte es abermals zu einer Krise kommen, werden die nachrangigen Gläubiger als letzte bedient. Daum dazu weiter: „Die Nachrangigen bekommen in der Regel nichts mehr.“ Ulrike Brendel von der Verbraucherzentrale Bremen äußert sich ähnlich: „Von einer derartigen Anlage raten wir Kleinanlegern grundsätzlich ab.“

Bemerkenswert ist auch, dass PmK bisher nicht imstande war, konkrete Angaben zu Investitionsprojekten und Risikobedenken zu machen.

Es scheint sich wieder einmal um ein äußerst dubioses Projekt zu handeln, bei dem Sparer – nett ausgedrückt – sehr viel Vorsicht walten lassen sollten.

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