www.derfflinger.de

Freigegeben in Wirtschaft

Kraftwerke Portfolio 2011 Nr. 1 der FG Geothermie GmbH-Tochter

Wie Wolfgang Hageleit mit seiner Geokraftwerke-Anleihe den Erfolg sucht

Freitag, 15 August 2014 00:30 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Wolfgang Hageleit wirbt für die FG Geokraftwerke-Anleihe Wolfgang Hageleit wirbt für die FG Geokraftwerke-Anleihe Quelle: FG.de

Regensburg - Die FG-Geothermie hat sich dem Bau von Geothermie-Kraftwerken zur Nutzung von Erdwärme verschrieben, bis zu fünf an der Zahl sollen es sein, und da dies nicht ohne Kapitaleinsatz zu bewerkstelligen ist, bemüht sie sich - um Anlegergelder. Die noch relativ junge Technologie wird über staatliche Förderkredite der KfW in der Finanzierung unterstützt sowie auch für immerhin 20 Jahre eine gesetzlich festgelegt Stromabnahme zum Fixpreis von 0,25 €/kWh garantiert ist. Rahmenbedingungen, die im Zuge einer anvisierten Energiewende, zumal an Standorten mit geeigneten geographischen Voraussetzungen erst einmal perspektivisch scheinen. Zudem ist die Geothermie mit Blick auf die Substitution konventioneller Kraftwerke energiepolitisch vor allem auch aufgrund ihrer von Tageszeiten und Umwelteinflüssen unabhängigen Grundlastfähigkeit interessant. Insofern ist davon auszugehen, daß ein erst einmal in Betrieb gegangenes Geothermiekraftwerk eine investorenfreundliche Kalkulationsgrundlage aufweist.

Über die Namensschuldverschreibung, die unter der Nomenklatur Kraftwerke Portfolio 2011 Nr.1 firmiert, ist beabsichtigt, 50 Mio. € einzusammeln. Das gezeichnete Kapital liegt für eine Mindestlaufzeit von sieben Jahren fest und verspricht eine Rendite von 7,25 % sowie einen Überschußzins aus dem Unternehmensgewinn. Das Gesellschaftskapital muß jedoch nicht ausschließlich in die Errichtung von Geothermie-Kraftwerken fließen, sondern kann ebenso für Projektkonzeption oder Forschungsanlagen Verwendung finden. Das Anlageprodukt ist als ein sogenannter Blind Pool gestaltet und legt auch keine explizite Kapitalverwendung fest. Und wenngleich die Gesellschaft für sich auch ein besonderes Know-How und einen substantiellen Marktvorsprung im Bereich Geothermie proklamiert, wird das anvisierte Zeitfenster für die Kraftwerksfertigstellung von manchen Branchenkennern als äußerst ambitioniert eingestuft, und auch die Kostenkalkulationen, die im Verkaufsprospekt für das Investmentpapier für die Bohrungen angesetzt werden, stoßen auf einige Skepsis.

Auch ist bislang nicht absehbar, ob die Gesellschaft das erwartete Anlagekapital einsammeln kann. Bislang war vielmehr von einer eher schleppenden Investitionsneigung der potentiellen Anleger zu hören. Dies mag auf mehrere Gründe zurückzuführen sein. Das Papier ist nicht fungibel, beinhaltet kein Mitspracherecht und kann angesichts der eigenkapitalcharakteristischen Haftungsbedingungen nicht mit den Renditemöglichkeiten von sonstigem Venture Capital mithalten. Und dies angesichts des Umstandes, daß die FG-Geothermie für die Weiterleitung der Projektgelder an die Tochtergesellschaften immerhin 12,5 % Zins einstreicht. Vielleicht hat aber auch der frühere FG-Geschäftsführer Florian Fritsch, der durch sein Geschäftsgebaren nicht nur ins Gerede der Wirtschaftsmedien kam, sondern auch durch FG juristisch zur Verantwortung gezogen werden soll, seinem Nachfolger Wolfgang Hageleit eine schwere Erblast hinterlassen.

Wolfgang Hageleit fühlt sich durch seinen Ex-Partner schwer getäuscht. Das einzige Vorhaben, das Florian Fritsch in seiner Geschäftsführungszeit wirklich gelungen sein soll, war das Ausplündern des naiven Geothermie-Investors SAM AG aus dem schweizerischen Kanton Nidwalden. Dieser Ruf nagt noch am Image der FG und der Geokraftwerke-Anleihe. Wolfgang Hageleit muß sicher noch viel tun, um neues Vertrauen zu schaffen. Doch es ist möglich!

Letzte Änderung am Freitag, 15 August 2014 03:32
Artikel bewerten
(8 Stimmen)