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Maschinen- und Anlagenbau:

Zukunftunsicherheit beim VDMA!

Dienstag, 12 Januar 2016 02:23 geschrieben von  Rüdiger Dietrich
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Quelle: de.wikipedia.org | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau - AEF-PDF

Frankfurt a.M. – Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes des Deutschen Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Thilo Brodtmann äußerte sich zum Jahreswechsel zu einigen zentralen, insbesondere seine Branche betreffenden, wirtschaftlichen Fragen, wobei er deutlich machte, dass absehbar auch das Jahr 2016 als schwierig einzuschätzen ist. Immerhin mehr als 40 % aller Exporte unserer Industrie gehen in das EU-Ausland und die Abhängigkeit von diesem Markt dürfte aufgrund der zunehmenden Schwäche der Schwellenländer sowie nicht zuletzt mit Blick auf die Sanktionen gegenüber Russland keineswegs abnehmen. Umso verständlicher die Sorge des Verbandschefs über das Versagen der Europäischen Institutionen und deren Personal, das nicht nur immer weniger in der Lage ist, bei den entscheidenden Herausforderungen zu gemeinsamen Lösungen gelangen zu können, sondern nahezu jeden größeren Entscheidungsprozess in Europa gleich zu einer Krise werden lässt.

Die weltweite Nachfrage nach Maschinen und Anlagen läuft gegenwärtig unterhalb der Möglichkeiten, wovon auch der deutsche Maschinenbau nicht unberührt bleibt. Die teils zaghaften Zuwächse aus der EU, den USA und einigen wenigen anderen Ländern können die Rückgänge im Maschinenhandel mit vielen Entwicklungs- und Schwellenländern nicht kompensieren. Im Ergebnis dürfte es 2015 wieder einmal auf die Verteidigung des Status Quo hinausgelaufen sein, nicht mehr, aber auch nicht weniger, so das bescheidene Fazit von Brodtmann. Und auch für 2016 erwarten die VDMA-Volkswirte für die deutsche Maschinenproduktion Stagnation. Der VDMA-Hauptgeschäftsführer bezeichnet es sogar schon als eine ordentliche Leistung, wenn dies dem deutschen Maschinenbau gelingt. Der Branchenverband verweist auf einen zunehmend härter werdenden internationalen Wettbewerb und warnt davor, sich von den noch guten Konjunkturdaten blenden zu lassen. Das Bündnis „Zukunft der Industrie“, das Wirtschaftsminister Gabriel zusammen mit der Industrie und den Gewerkschaften ins Leben gerufen hat, erhält jedoch den Zuspruch des VDMA.

Ein zentrales Zukunftsthema, das auch die Messe in Hannover dominieren dürfte, ist die Vollendung des digitalen Binnenmarkts, das Thema Industrie 4.0, wobei der   Maschinen- und Anlagenbau dabei als Anbieter und Anwender von 4.0-Technologien eine Schlüsselrolle einzunehmen gefordert ist. Die Zusage von US-Präsident Obama, zur Messe zu erscheinen, deutet der VDMA als Beleg für die Attraktivität der Hannover´schen Messe als der internationalen Bühne der Industrie und sieht zugleich im Engagement der USA als Gastland der diesjährigen Messe deren großes Interesse an der Reindustrialisierung ihres Landes. Inwiefern jedoch möglicherweise der Besuch Präsident Obamas in erster Linie der Durchsetzung US-amerikanischer Interessen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP geschuldet sein könnte, wird sich sich wohl erst rückblickend zu einem späteren Zeitpunkt feststellen lassen...

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